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Alaska – Das Land der Bären und Lachse

Angeln ist, wie ich bereits beschrieben habe, meine große Leidenschaft und brachte mich schon zum ein oder anderen schönen Plätzchen. Speziell das Wasser fasziniert mich seit jeher und zog mich schon immer magisch an. Bis zu meinem Alaska Trip war ich neben zahlreichen Gewässern in Österreich, bereits am Fluss Po in Italien zum Waller angeln, in Panama Hochseefischen und in Russland auf Stör.

Dieser Trip stellte jedoch alles in den Schatten – Alaska.

Zu Beginn dieses Blogs möchte ich kurz ausholen, wie ich zu dieser einzigartigen Gelegenheit Alaska Tripgekommen bin. Es ist ja nicht selbstverständlich einen 14-tätigen Aufenthalt in Alaska, kostengünstig und bis aufs letzte Detail geplant, auf den Schoß gelegt zu bekommen. Wer schon mal versucht hat, einen Alaska Angelurlaub zu buchen, weiß wovon ich spreche.

Glücklicherweise besitzen mein Onkel und meine Tante, Ernst und Gunda Esletzbichler, seit bereits 25 Jahren eine Lodge in Alaska. Die Salmon Paradise Loge liegt direkt am Nushagak River nahe des kleinen Eskimodorfes Ekwok.

mckinlZurück zum Beginn der Reise… Meine Cousine, Kathi und ich machten uns zeitlich in der Früh mit dem Auto zum Flughafen. Mit dem Flieger ging es vom Flughafen Wien-Schwechat nach Frankfurt, wo wir den Rest unserer Truppe trafen, die mit dem Flieger von Salzburg anreisten. Neben meiner Cousine und mir, waren es also noch mein Cousin, Stefan und dessen bester Freund, Gschwandti. In Frankfurt wartete bereits unsere Anschlussmaschine. Wir konnten unsere Vorfreude für den bevorstehenden Trip nicht in Zaum halten und gönnten uns zur Feier des Anreisetages, jeweils ein großes Bier. Stefan erzählte währenddessen von seinen letzten Aufenthalten in Alaska und wir übersahen dabei die Zeit! Schnell eilten wir zum Gate, doch da waren bereits alle Passagiere bereits in der Maschine. Die kleine Verspätung brachte sogar noch einen positiven Nebeneffekt mit sich.

CesnaEs meldeten sich 4 Passagiere des Business-Class krank. Aufgrund dessen, dass wir die letzten waren, die eincheckten, bekamen wir ein Upgrade zur Business-Class kostenlos. Für mich, der unter enormer Flugangst leidet, eine willkommene Ablenkung. Nach dem vierten Glas Champagner war die Flugangst plötzlich gar nicht mehr so präsent und die 7 Stunden Flugzeit vergingen sehr schnell.

alaskaIn Anchorage angekommen ging es mit dem Taxi zum Flugplatz für Klein-Flugzeuge. Unser Gepäck hatte auf der Ladefläche des V8 Pickups locker Platz.

Meine nächste Herausforderung wartete bereits auf uns – eine alte Cesna. Das 9-Mann-Flugzeug sollte uns zur Lodge befördern. Neben uns wollten noch 4 Dorfbewohner Ekwoks in dieser Maschine ihre Heimreise aus Anchorage antreten. Mathematisch nicht möglich, dachte ich mir. In Alaska kein Problem. Sie setzten mich einfach neben dem Piloten.

Ich der Co-Pilot, machet einen hervorragenden Job und navigierte uns gekonnt durch die dichten akWolkenfelder. Naja, ich sah zumindest dem Piloten dabei zu, wie er das machte. Die beste Bekämpfung gegen Flugangst! Die löchrigen Türen des Flugzeuges, die mit Klebeband wieder verdichtet wurden, machten einen stabilen Eindruck und auch das Navigationsgerät des Piloten, welches mit Kabelbinder am Steuerknüppel befestigt wurde, schien sehr gut zu halten.

Nach 2 Stunden Flug quer durch den Süden Alaskas kamen wir endlich am „Flugplatz“ in Ekwok an. Gunda wartete bereits mit dem 4WD ATV auf uns. Das Gepäck auf den Anhänger und ab zur Lodge! Nach 10-minütiger Fahrt über Stock und Stein kamen wir endgültig auf der Lodge an. Mein Onkel empfing uns mit einer herzlichen Umarmung am Lagerfeuer. Ebenfalls begrüßte uns Karl, der Schwiegervater von Stefan, der bereits eine Woche vor uns anreiste. Es war ca. 21.00 abends, als wir am Lagerfeuer ankamen.

alaska angelreiseKein Grund, nicht mehr angeln zu gehen, dachten sich mein Onkel und ich. Da es in Alaska, sowieso 22 Stunden pro Tag hell ist, war die Ausfahrt mit dem Boot kein Problem. Nicht länger, als 10 Minuten und wir gelangten am Geheimplatz meines Onkels an und verankerten uns mit dem Boot. Das erste Mal lernte ich die Lieblingsmethode meines Onkels kennen, wenn es um das Befischen auf Lachs geht. Rute in den Halter und den Wobbler 20-30 Meter vor dem Boot zappeln lassen.

Was man dazu braucht? Eine Rute mit hohem Wurfgewicht, eine kräftige Rolle lachsund grelle Wobbler. Wir haben nicht lange warten müssen und der erste Hundslachs mit 55 cm war im Netz. Mein erster Lachs! Keine Riese, aber ich freute mich trotzdem, wie ein kleines Kind. Nach ein paar Hundslachsen ging es zurück auf die Lodge. Meine Cousine war bereits im Bereits im Bett und auch ich verabschiedete mich kurz darauf ins Land er Träume. Natürlich träumte ich vom sogenannten „Lebensfisch“- einen großen Königslachs.

Komischerweise verspürte ich keinen Jetlag und war relativ zeitlich aus den Federn. Das war wahrscheinlich der Vorfreude aufs Angeln geschuldet… Nach ausgiebigem Frühstück ging es sofort mit meinem Onkel und Karl aufs Wasser. Diesmal brachte Ernst zu einer wunderschönen Flusseinmündung. Während der kurzen Bootsfahrt erklärte man mir, ich solle bei dieser Stelle besonders auf Bären achte, da die Tiere diesen Platz ebenfalls sehr gerne zum Jagen benutzen.  Es war ein Traum! Sonnenschein, klares Wasser und die Lachse sprangen!

creekDie Flusseinmündung zum Creek ist bekannt für seine prächtigen Hundslachse, die sich im seichten Wasser scheinbar pudelwohl fühlen und für die Bären wiederum leichte Beute sind. Den ersten Lachs konnte mein Onkel mit einem Blinker überlisten. Zugeben, ich wollte unbedingt den ersten Fisch landen… Nichtsdestotrotz konnte ich nach ungefähr 30 Minuten meinen ersten, mit der Spinnrute gefangenen, Hundslachs an Land ziehen. Der 60 cm große Bursche wehrte sich enorm und ich war vom aufregenden Drill beeindruckt. Diese Lachse leben in diesem stark fließenden Fluss und man merkt daher ihre Kraft bei jedem Drill!

Gleich gegenüber der Flusseinmündung war eine wundervolle und große Sandbank. Ernst sagte: „Dort forellebei der starken Strömung nahe der Sandbank stehen seit jeher kapitale Kings.“ Am Nachmittag sollten wir uns dort versuchen und wir konnten mit dem Wobbler einige schöne Hundslachse fangen. Und dann war es soweit, mein erster King! Ein prächtiges Weibchen mit 80 cm! Der Drill war spektakulär. Neben der Kampfkraft tat die starke Strömung ihr Übriges.

Wir fischten die nächsten Tage so weiter und erwischten neben schönen Lachsen, noch große Regenbogenforellen mit bis zu 55 cm und wunderschöne Dolevaden, die einem europäischen Saibling ähneln.

alaskaZur Abwechslung planten wir einen Trip + Zeltübernachtung, 5 Fahrstunden mit dem Boot flussaufwärts. Mit zwei Booten, jede Menge Ausrüstung, Verpflegung, Schusswaffen und Bier machten wir uns auf den Weg. Über die Bootsfahrt alleine könnte man einen eigenen Blog verfassen… Die Natur und die vielfältige Tierwelt überwältigte mich. Weißkopfseeadler und Elche sahen wir in regelmäßigen Abständen. Die zahlreichen Flussmündungen und die Tundra rundeten dieses Bild hervorragend ab. Und dann war es soweit. Meine erste Bärenbegegnung. Ein ca. 3 Meter großer Greezly stapfte seelenruhig am gegenüberliegenden Ufer vorbei, als wir auf einer Sandbank einen kurzen Zwischenstopp machten. Ich war positiv aufgeregt und ängstlich zugleich.

Nach 5 Stunden Bootsfahrt sind wir an einem idyllischen Platz angekommen und wir entschlossen, alaska triphier unsere Zelte aufzuschlagen. Nachdem wir unser Lager aufgebaut und ein paar Schießübungen durchgeführt haben, machten wir ein großes Lagerfeuer, über dem wir unsere mitgebrachten Steaks grillten. Das war übrigens das beste Steak in meinem Leben. Man muss sich vorstellen, man isst ein Steak an einem Lagefeuer, trinkt ein kaltes Budwiser und das inmitten des Herzens, alsakanischer Wälder. Im Umkreis von 200 km kein Mensch. Nur Bären, Elche, Adler und natürlich die Lachse.

Bis in die Morgenstunden verbrachten wir gemeinsam am Lagerfeuer, tranken Bier und sangen lautstark zahlreiche Countrysongs. Stefan, ein ehemaliger Wiener Sängerknabe, begleitete das Orchester mit seiner Gitarre. Zugegeben, das laute Singen sollte auch als kleine Abschreckung der Bären dienen.

alaskaNächsten Tag ging es zurück zur Lodge und wir waren allesamt müde, weshalb das unserer einziger angelfreie Tag werden sollte. Wir nutzen die Zeit und Kathi zeigte mir das Dorf, Ekwok.

Der 10. Tage unserer sollte ein Besonderer werden. Es ging wieder zur bekannten Sandbank zum Fischen auf Königslachs. Diesmal verwendeten wir die Methode der Einheimischen – Angeln mit Fischeier. Hierbei spielt die Vorbereitung eine wichtige Rolle. Man kreiert mehrere Säckchen mit Lachseier und fügt einen Singlehook hinzu. Eine spezielle Knotentechnik hilft dabei, den Fischeiern einen festen Halt zu geben.

Diese Fischeier-Montage wird mit einem schweren Blei ausgeworfen. Das Blei hat dabei ständigen Kontakt mit dem Grund. Köderkontakt ist aufgrund des Vorfaches also ständig gegeben. Man spürt jeden Biss sofort, weshalb diese Angelmethode besonders Spaß macht. Dann passierte es. Ein brachialer Biss. Die Rute krümmte sich sofort und das Heulen der Rollenbremse ging los. Ich merkte sofort, dass es kapitaler King sein musste.

Nach 30-minütigen Drill kamen wir zum Entschluss, dass wir diesen Fisch vom Ufer aus nicht sicher koenigslachslanden konnten, da er im Zusammenspiel mit der starken Strömung schlicht und einfach zu kräftig war. Ernst und ich stiegen also ins Boot und ließen uns mit dem Fisch flussabwärts treiben und konnten den Fisch letztendlich landen. Ein KING mit sage und schreibe 132 cm! Hier war er, der Lebensfisch! Diesen Drill werde ich mein Leben nicht vergessen! Dieser Tag sollte tatsächlich ein Besonderer werde, da Steve nach mir ebenfalls einen noch größeren King landen konnte! Was für ein Tag! Die Fänge wurden beim anschließenden Zusammensitzen am Lagerfeuer gefeiert!

Auch an den Tagen danach konnten wir einige kapitale Lachse, Forellen, Dolevaden, Äschen und Hechte erwischen. Der Fluss bietet einen so umfangreichen Fischreichtum, dass einem nie langweilig wird.

alaska panoramaDer Abschied am Tag 12 von Gunda und Ernst fiel daher nicht leicht. Wir reisten einen Tag früher ab, da Steve und Kathi uns die Stadt Anchorage etwas genauer zeigen wollten. Eine super Idee, da die Stadt einige Hotspots bietet. Neben der Bar am Wasserfluglandeplatz, was das Restaurant „Brewhouse“ mein persönliches Highight. Schließlich bekommt man frischen Hummer aus der Beringsee nicht alle Tage. Für mich, jemand der gutes Essen liebt, eine Gaumenfreude!

Das Abenteuer ließen wir dann in einer gemütlichen Bar mit ein paar Budwiser und toler Live-Musik ausklingen.

Fazit

Es war mehr, als nur ein Angeltrip. Es war ein Abenteuer! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Alaska ist ein unbeschreiblich schönes Land, welches atemberaubende Naturkulissen, eine enorme Vielfalt an Tieren und eine unvergleichliche Atmosphäre bietet.

brewhouse alaska

 

 

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